Lauterbach warnt vor “katastrophalen Entwicklungen” in China

Lauterbach: “Es ist eine Zumutung”

Frustriert zeigte sich der Bundesgesundheitsminister mit Blick auf Impfverweigerer und mögliche erneute Corona-Maßnahmen im Herbst. “Es ist eine Zumutung, dass wir all dies machen müssen, um die zu schützen, die sich nicht impfen lassen wollen”, sagte Lauterbach.Ob die Wirksamkeit von Schulschließungen oder 2G-Regeln im Einzelhandel bis dahin belegt oder widerlegt sein wird, ließ er offen. Die Kommission, die dies beurteilen solle, habe signalisiert, dass diese Punkte nicht wie geplant bis 30. Juni beantwortet werden können.

Hatten Sie schon Corona, Herr Lauterbach?

Für Lauterbach scheint das aber für die Vorbereitung auf einen möglichen Corona-Herbst kein großes Hindernis darzustellen. “Es wäre fahrlässig, wenn man sich auf eine Kommission, in der zwei Virologen sind, alleine verlassen würde”, stellte er klar. Ein Virologe, korrigierte ihn Maischberger mit Blick auf den Austritt von Christian Drosten aus dem Gremium.”Hatten Sie schon Corona?”, wollte die Gastgeberin von Lauterbach wissen. “Nein, hatte ich nicht”, erwiderte der vierfach geimpfte 59-Jährige. “Ich habe bisher Glück gehabt.”Die Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung mit monatelangen, rigorosen Lockdowns bezeichnete er angesichts von immer ansteckenderen neuen Varianten als Fehler: “Das ist ein Rennen, das nicht gewonnen werden kann. Das wird zu keinem guten Ende führen.”

Lauterbach: Öffnungen in China hätten “katastrophale” Folgen

Dennoch müsse eingeräumt werden: Angesichts der niedrigen Impfquote in China und den schlechten Impfstoffen könne es “katastrophale” Folgen haben, wenn der Pandemie freier Lauf gelassen werde. “Es würden Millionen Menschen sterben”, prognostizierte der Mediziner.

Eingesperrt in Shanghai

Seit zwei Monaten muss der deutsche Wissenschaftler Peter Ganea in Shanghai im brutalen Lockdown ausharren. Am 9. März sei der Campus der Universität unvermittelt abgeriegelt worden. “Wir sind sozusagen eingesperrt worden”, berichtete der zugeschaltete Dozent.Er wohne seitdem in seinem Büro. Im selben Gebäude harrten noch Putz- und Wachleute oder Verwaltungsmitarbeiter aus: “Die haben mir über die düstersten Zeiten hinweggeholfen.”Zu essen habe Ganea lange Zeit nur das bekommen, was von öffentlicher Stelle an die Universität geliefert worden sei (“so ähnlich wie im Gefängnis”). Er beklagte zudem “sinnlose Gehorsameinforderungsrituale” wie etwa das Tragen von Schutzanzügen beim Gang über den Campus zum Corona-Test. Der Deutsche hat es nach eigener Einschätzung im Vergleich zu den Tausenden Bewohnern der Studentenwohnheime auf dem Gelände aber noch gut getroffen.

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